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Trauer gestalten - wenn Worte fehlen, sprechen Blumen

Dienstag 17 Februar 2026

Meisterfloristin und Masterpieces-Botschafterin Rieke van Milles Fleurs arbeitet neben Hochzeiten und Events auch an Trauerfloristik. In diesem Artikel berichtet sie, wie sie diesen Beruf ausübt und was ihre Arbeit so besonders macht. Trauerfloristin zu sein ist eine anspruchsvolle Aufgabe, aber zugleich von großer Bedeutung in Momenten des Abschieds. Blumen übernehmen dabei oft eine stille, jedoch wichtige Rolle.

Ich bin Rieke Rahlfes, Floristmeisterin, und arbeite mit meinem Unternehmen Milles Fleurs in Hannover als reine Auftragsfloristin. Mein Schwerpunkt liegt auf Hochzeiten, Events – und auf der Trauerfloristik. Ein Bereich, den man sich nicht aussucht, weil er leicht ist, sondern weil er Bedeutung hat. Unter dem Namen Blackline habe ich dafür eine klare Haltung entwickelt: Wenn unsere Stimme versagt, können Blumen sprechen.

Neugierig auf Riekes gesamte Trauerfloristik? Besuchen Sie ihr Instagram: @milles_fleurs_blackline.

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*Rieke Rahlfes

Trauer ist ein Zustand, in dem viele Menschen nicht wissen, was sie brauchen. Entscheidungen fallen schwer, Worte fehlen. Genau dort beginnt meine Arbeit. In der Beratung geht es selten zuerst um Blumen. Es geht um den Menschen, der gegangen ist. Um sein Leben, seine Eigenheiten, seine Beziehungen. Erst aus diesen Gesprächen entsteht eine Gestaltung, die wirklich passt und trägt.

Ich arbeite sehr individuell. Manche Familien wünschen sich einen einzelnen Trauerkranz, andere ein ganzheitliches Konzept für die Abschiedsfeier: mit Urnendekoration, floralen Rahmungen, Kerzen, Windlichtern oder Raumakzenten. Beides ist richtig. Entscheidend ist, dass sich alles stimmig anfühlt.

Rieke: ''Meine Arbeiten entstehen bewusst ohne Plastikblumen oder Organzastoffe. Ich arbeite mit natürlichen Materialien, weil sie ehrlicher wirken und eine andere Ruhe ausstrahlen.''

Ein besonders prägender Moment war eine Abschiedsfeier, bei der die Kinder und Enkelkinder jeweils ein Windlicht mit Blüten und einer echten Kerze bekamen. Diese Form der Trauerfloristik habe ich „Lebenslicht“ genannt. Keine großen Worte, keine Erklärungen – nur Licht. Alle Lichter standen gemeinsam unterhalb der Urne. Keines hob sich hervor. Jedes war gleich wertvoll. Sie symbolisierten, dass jeder Mensch aus dem Leben der Verstorbenen hervorgegangen ist und ihre Flamme weiterträgt. Solche stillen Momente bleiben.

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Bei einer anderen Urnenbeisetzung fertigte ich einen Margeritenkranz. Ich bat die Angehörigen, bei einem gemeinsamen Spaziergang jeweils eine weitere Margerite zu pflücken. Während der Trauerfeier steckte jeder seine Blüte in den Kranz. So wurde sichtbar, dass jeder Einzelne das Leben des Verstorbenen berührt hat.

Einmal habe ich auch die Krawatten eines Verstorbenen in die Gestaltung integriert. Die Familie kannte ihn kaum ohne Schlips. In den unterschiedlichen Farben und Mustern spiegelten sich seine Persönlichkeit und seine Stimmungen wider. Für die Angehörigen war er dadurch spürbar nah.

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Wir gestalten auch freie Trauerfeiern. Bei einer Beisetzung eines Kindes fand die Urnenfeier gemeinsam mit dem Bestatter direkt am See statt. Wir entwickelten einen floralen Backdrop, angelehnt an einen Regenbogen. Durch die Öffnung schimmerten Wasser und Himmel. Worte gibt es für diesen Verlust nicht. Aber dieser Ort, die Natur und die Gestaltung schenkten einen Moment Trost.

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Fachlich spielt die Blumenwahl eine zentrale Rolle. Farben tragen Emotionen: Dunkle Rottöne stehen für Tiefe und Liebe, helle Nuancen für Leichtigkeit und Erinnerung. Auch Blattwerk ist für mich kein Beiwerk, sondern Struktur, Halt und Rahmen. Technik darf sichtbar sein – sie gibt Sicherheit. Trauerfloristik ist Handwerk und Gefühl zugleich.

Ich arbeite ausschließlich mit Termin, weil diese Gespräche Zeit brauchen. Bei größeren Umsetzungen stimme ich mich eng mit dem Bestatter ab. Für die Familien soll alles ruhig, klar und verlässlich ablaufen. Je weniger sie sich kümmern müssen, desto besser.

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Foto: Diana_Frohmüller_Photography

Trauerfloristik zu gestalten, bedeutet für mich nicht, etwas „schön“ zu machen. Es bedeutet, Raum zu schaffen. Für Abschied. Für Erinnerung. Und für das Leben, das war.

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